Entstehungsgeschichte des Malraumes
 
 

Die Entstehungsgeschichte des Malraumes


Begründer des Malraumes ist Arno Stern. Er ist 1924 in Kassel geboren und bekam nach dem Krieg in Frankreich den Auftrag, Kriegswaisen auf sinnvolle Weise zu beschäftigen. Er liess die Kinder malen und stellte dabei fest, dass alle Kinder Freude am Malen haben und dafür keiner Anleitung bedürfen, und dass - wenn ein spezieller Rahmen gegeben ist - ein aussergewöhnlicher, einmaliger Ausdruck stattfindet.

Er gründete in den fünfziger Jahren die "Académie du Jeudi", heute nennt er seinen Arbeitsort "Closlieu", ein Ort der Geborgenheit, in dem ein Tun ohne Beurteilung und gezielte Absicht möglich ist, und wo dadurch ein System sich manifestieren kann, das universellen Charakter hat.

Auf Reisen zu aussereuropäischen. indigenen Völkern hat Stern erfahren, dass Angehörige von Nomaden, Busch- oder Gebirgsvölkern, die keinen schulischen Einflüssen ausgesetzt sind, sich beim spontanen Umgang mit Pinsel und Farbe gleich ausdrücken wie Malende im Closlieu. Daraus schloss er, dass es ein allen gemeinsames - von Rasse, Herkunft, Alter und Bildung unabhängiges - System des Ausdruckes gibt, das er Formulation nennt.

1985 gründete er das "Institut de recherche en sémiologie de l'expression (IRSE), in welchem die Gesetzmässigkeiten dieses universellen Systems erforscht werden. Die aus aller Welt in fünfzig Jahren zusammengetragene Dokumentation sucht auch noch heute ihresgleichen.